Das Ökokonto – Bevorratung mit Ausgleichsflächen und -maßnahmen

Eingriffe in Natur und Landschaft sind gem. BNatSchg durch Vermeidungs-, Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen zu kompensieren.

Ausgleichsmaßnahmen können ohne Zuordnung zu einem konkreten Eingriff vorgezogen und an anderer Stelle als am Ort des Eingriffs durchgeführt werden. Diese Ausgleichsmaßnahmen können später mit einem verursachten Eingriff verrechnet werden. Diese Bevorratung von Ausgleichsflächen ermöglicht eine zeitliche und räumliche Entkopplung von Eingirff und Ausgleich.

Mit der Führung eines Ökokonto, sowohl privat als auch kommunal besteht die gesetzliche Vorraussetzung, dass Eingriff in Natur und Landschaft mit Maßnahmen, die an anderer Stelle vorgenommen und zeitlich vorgezogen werden, verrechnet werden können. Die Erarbeitung eines Ökokontos erfolgt unter Vorraussetzung der gesetzlichen Vorgaben (Bayerische Kompensationsverordnung, Leitfaden "Bauen im Einklang mit Natur und Landschaft") und unter Einbeziehung der Unteren Naturschutzbehörde, die das Ökokonto anerkennen muss.

Zur Erstellung eines Ökokontos nach § 13 BayKompV und die dazugehörige Anerkennung der UNB müssen folgende Unterlagen erstellt werden:

  • Tabellarische Beschreibung gemäß Vorlage "Bewertungsvorschlag für Ökokonten gem. § 15 Abs. 3 BayKompV"
  • Einverständniserklärung des Maßnahmenträgers
  • Einverständniserklärung des Eigentümers
  • Lageplan mit flächenscharfer Abgrenzung der einzustellenden Flächen bzw. Maßnahmen
  • Bestandsplan mit Kartierungsergebnissen gem. BayKompV
  • Maßnahmenplan mit angestrebten Zielzuständen gem. BayKompV

Vorgehen

Die Abbuchung erfolgt, wenn die Grundstücke und Maßnahmen zur Kompensation von Eingriffen im Rahmen eines konkreten Vorhabens benötigt werden. Die Ausgleichsflächen und -maßnahmen werden mit konkreten Festsetzungen dem Eingriff zugeordnet.

Regelablauf im Überblick:

Schritt 1 – Flächenauswahl und Bereitstellung der Fläche

  • Entscheidung des Vorhabenträgers über Art und Umfang des Ökokontos (Flächengröße, Suchraum, etc.)
  • Aufnahme und Bewertung des Bestandes und des Entwicklungspotentials ausgewählter Flächen
  • Dokumentation des Ausgangszustands
  • Prüfung der grundsätzlich geeigneten Flächen und Maßnahmen
  • Beratung und Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde
  • Koordination Flächenverfügbarkeit (Einverständniserklärung von Eigentümer sowie Maßnahmenträger einholen)
  • Ggf. Änderung/Kündigung von Pachtverhältnissen oder Nutzungsvereinbarungen auf den betreffenden Flächen; ggf. Erwerb oder Tausch von Flächen
  • Abschluss von vertraglichen Regelungen oder Eintragung einer Grunddienstbarkeit zur Erzielung der Verfügbarkeit

Schritt 2 – Ausgleichs- und Entwicklungsplanung

  • Aufnahme und Bewertung des Bestandes und des Entwicklungspotentials ausgewählter Flächen – Erstellung Bestandsplan
  • Erstellung eines gesamtörtlichen Ausgleichskonzeptes – Erstellung Maßnahmenplan
  • Ermittlung der Anrechenbarkeit der Ausgleichsmaßnahmen sowie Dokumentation gem. Vorgaben in m², Codierung und Wertpunkten
  • Beratung und Abstimmung mit Unterer Naturschutzbehörde
  • Meldung an die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt (mit der Abbuchung scheiden festgesetzte Ausgleichsflächen aus dem Ökokonto aus)
  • Ggf. Ökologische Verzinsung

Schritt 3 – Detaiilierte Maßnahmenkonzepte

  • Erstellung eines Planwerks zur landschaftsplanerischen Ausführungsplanung
  • Beratung und Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde
  • Erstellung der Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

Unseren Kunden verhelfen wir zu Planungs- und Baurecht: zügig und rechtssicher. Die Basis unseres Handelns sind unsere Werte: Vertrauen, Verantwortung, Offenheit, Transparenz und Wertschätzung.

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